Was ist die ultraschallgesteuerte galvanische Elektrolyse-Therapie?

Eine moderne, minimalinvasive Behandlung für Sehnen, Muskeln und Faszien - präzise unter Ultraschallsicht.



Bei der ultraschallgesteuerten galvanischen Elektrolyse-Therapie (USGET), auch perkutane Elektrolyse genannt, wird eine sehr feine, sterile Akupunkturnadel unter Ultraschallkontrolle direkt an die betroffene Gewebestelle geführt. Über die Nadel wird ein schwacher, galvanischer Gleichstrom abgegeben, der im Gewebe eine kontrollierte, lokal begrenzte Reaktion auslöst.

Ziel dieser Reaktion ist es, körpereigene Reparaturprozesse im behandelten Gewebe anzuregen. Das Verfahren wird vor allem bei chronischen Beschwerden eingesetzt, bei denen sich das Gewebe nicht mehr ausreichend selbst regeneriert.

Wie funktioniert die Behandlung?

Im Gewebe befindet sich Flüssigkeit mit gelösten Salzen. Fließt der galvanische Strom über die Nadel, kommt es um die Nadelspitze zu einer elektrochemischen Reaktion. Diese führt zu einer kleinen, kontrollierten und örtlich begrenzten Reizung des Gewebes.

Der Körper reagiert darauf mit einer gezielten Aktivierung seiner Abwehr- und Heilungsprozesse. Abgebautes oder verändertes Gewebe kann abtransportiert und durch neues ersetzt werden. Man kann sich das wie einen Neustart des Heilungsprozesses an genau der Stelle vorstellen, an der er ins Stocken geraten ist.

Warum unter Ultraschallsicht?

Dank der SONOGRAPHIE sehe ich während der Behandlung in Echtzeit:

  • wo genau die veränderte Gewebestelle liegt (z.B. in der Sehne),
  • wie tief die Nadel sitzt,
  • dass umliegende Strukturen wie Gefäße und Nerven geschont werden.

So lässt sich die Behandlung punktgenau und sicher durchführen. Ohne Ultraschall wäre das nicht in dieser Präzision möglich.

Unser Gerät: Gymna Acure 250

In der Praxis arbeite ich mit dem Gymna Acure 250, einem Gerät, das speziell für die galvanische Elektrolyse-Therapie entwickelt wurde. Es gibt den Strom fein dosierbar und kontrolliert ab, wobei die Stromstärke maximal 2,5 mAbeträgt. So kann die Behandlung individuell an Gewebe, Beschwerdebild und Ihr Empfinden angepasst werden.

Wann kann die Elektrolyse-Therapie eingesetzt werden?

Das Verfahren kommt häufig bei Überlastungs- und Sehnenbeschwerden zum Einsatz, zum Beispiel bei:

  • Tennisarm / Golferarm (Epicondylopathie)
  • Achillessehnenbeschwerden
  • Patellaspitzensyndrom („Jumper’s Knee”)
  • Beschwerden an der Schulter (z.B. Sehnen der Rotatorenmanschette)
  • Plantarfasziitis („Fersensporn”)
  • Muskulären Triggerpunkten und Verhärtungen
  • Muskel- und Sehnenverletzungen im Sport (siehe auch SPORTVERLETZUNGEN)

Gerade bei hartnäckigen Beschwerden, die trotz Ruhe, Physiotherapie oder anderer Maßnahmen bestehen bleiben, kann die Elektrolyse-Therapie eine sinnvolle Ergänzung sein.

Wie läuft eine Behandlung ab?

  1. Gespräch und Untersuchung: Zuerst nehme ich mir Zeit für Ihre Vorgeschichte und eine gezielte klinische Untersuchung.
  2. Ultraschalldiagnostik: Ich stelle die betroffene Struktur sonographisch dar und lokalisiere die behandlungsbedürftige Stelle.
  3. Behandlung: Unter Ultraschallsicht wird die sterile Einmalnadel platziert und der Strom für wenige Sekunden pro Behandlungspunkt abgegeben.
  4. Nachbesprechung: Sie erhalten Hinweise zum Verhalten nach der Behandlung und zur passenden Belastung.

Die reine Behandlungszeit ist meist kurz. Je nach Beschwerdebild sind in der Regel mehrere Sitzungen im Abstand von etwa ein bis zwei Wochen sinnvoll. Wie viele es bei Ihnen sind, besprechen wir individuell.

Was spüre ich dabei – und was danach?

Während der Behandlung ist ein Druck- oder Wärmegefühl sowie ein leichtes Kribbeln oder Ziehen möglich. Das ist individuell verschieden und gehört zum Prozess.

In den ersten ein bis zwei Tagen nach der Behandlung kann es zu einem Muskelkater-ähnlichen Gefühl oder einer leichten Rötung bzw. einem kleinen Bluterguss an der Einstichstelle kommen. Das ist eine normale Reaktion des Gewebes auf den Reiz.

Für wen ist die Behandlung nicht geeignet?

Die Elektrolyse-Therapie ist nicht bei jedem möglich. Unter anderem bei folgenden Situationen darf sie nicht oder nur nach Rücksprache angewendet werden:

  • Herzschrittmacher oder andere elektronische Implantate
  • Schwangerschaft

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